Webradio und Livestream

Tagestipp

Heute, 19:05 Uhr BR-Klassik

Das Musik-Feature

Foxtrott aus Dingsda Eduard Künneke und die Jazz-Operette der 1920er Jahre Von Stefan Frey Wiederholung am Samstag, 14.05 Uhr "Hu!" - macht es, wenn "das wilde Känguru und das Gnu" in Eduard Künnekes "Der Vetter aus Dingsda" aufeinandertreffen. Und "hu" machte es auch bei der Uraufführung seines bis heute erfolgreichsten Werks am 15. April 1921 in Berlin. Das Publikum war elektrisiert. Es hatte erstmals eine Operette erlebt, in der Jazz-Elemente mehr waren als eine Farbe, sondern Vorboten des neuen Geists der gerade beginnenden 1920er Jahre. Entsprechend unkonventionell experimentierte Künneke mit den Mustern der alten Operette und mit damals aktuellen Modetänzen wie Foxtrott, Tango, One step oder Paso Doble. Als "Cousin from Nowhere" fand die Operette auch international Verbreitung und führte ihren Komponisten bis nach London und an den Broadway. Künnekes neue Klang-Mischung prägte auch seine nächsten Werke wie "Lady Hamilton" und "Glückliche Reise" und kulminierte 1929 in seinem Concerto grosso für Jazzband und großes Orchester - ganz ohne Känguru und Gnu. Musikliste: T: Batavia-Foxtrott - aus: Der Vetter aus Dingsda K: Eduard Künneke I: Kapelle der Staatsoper, Franz Marszalek T: "I"m only an stroling Vagabond" - aus: The Cousin From Nowhere K: Eduard Künneke I: J. Harold Murray and Orchestra T: "Strahlender Mond" - ausDer Vetter aus Dingsda K: Eduard Künneke I: Erna Kroll-Lange, Orchester, Walter Schütze T: "Onkel und Tante" - aus: Der Vetter aus Dingsda K: Eduard Künneke I: Angelika Wolff, Evelyn Künneke, Benno Kusche, Lutz U. Flöth, Hansjoachim Worringen, Kölner Rundfunkorchester, Heinz Geese T: "Hei, Shimmy" - aus: Die Ehe im Kreise K: Eduard Künneke I: Claire Waldoff, Kurt Lilien, Grammophon-Orchester T: "Ach, wie schön ist doch die Treue" - aus: Die Ehe im Kreise K: Eduard Künneke I: Ilse Mawenga, Eugen Rex, Kurt Lilien, Orchester T: "Zur Frühlingszeit" - aus:Wenn Liebe erwacht K: Eduard Künneke I: Rita Bartos, Willy Hofmann, Kölner Rundfunkorchester, Franz Marszalek T: "Mann, o Mann" - aus: The Cousin From Nowhere K: Eduard Künneke I: London Theatre Orchestra T: Argentine - aus: Caroline K: Eduard Künneke I: Joseph C. Smith and His Orchestra T: "Pay the Piper" - aus: Caroline K: Eduard Künneke I: The Great White Way Orchestra, Hugo Frey T: "Yes Or No" - aus: The Love Song K: Jacques Offenbach / Eduard Künneke I: Victor Light Opera Company T: Selection - aus: Song of the Sea K: Eduard Künneke I: His Majesty"s Theatre Orchestra, Eduard Künneke T: "Glücklich am Morgen" - aus: Die blonde Liselott K: Eduard Künneke I: Lucia Popp, Symphonie-Orchester Graunke München; Charles Wildmann T: "True eyes" - aus: Song of the Sea K: Eduard Künneke I: Lilian Davies, Stanley Holloway, His Majesty"s Theatre Orchestra, Percy Fletcher T: "Somewhere" - aus: Song of the Sea K: Eduard Künneke I: Lilian Davies, Jerry Verno, His Majesty"s Theatre Orchestra, Percy Fletcher T: Blues - aus: Tänzerische Suite K: Eduard Künneke I: Berliner Philharmoniker, Eduard Künneke T: Foxtrott-Finale - aus: Tänzerische Suite K: Eduard Künneke I: Berliner Philharmoniker, Eduard Künneke

Konzerttipp

Heute, 19:30 Uhr Ö1

Das Ö1 Konzert

NDR Elbphilharmonie Orchester, Dirigent: Alan Gilbert; Gautier Capuçon, Violoncello; Anna Prohaska, Sopran. Antonin Dvorak: Konzert für Violoncello und Orchester h-Moll op. 104 * Gustav Mahler: Symphonie Nr. 4 G-Dur (aufgenommen am 18. Dezember 2020 in der Elbphilharmonie in Hamburg). Präsentation: Marie-Therese Rudolph Er gilt als einer der weltweit führenden Vertreter seines Faches: der französische Cellist Gautier Capuçon. Das Cellokonzert von Antonín Dvorak ist bis heute ein unübertroffener Klassiker des romantischen Repertoires, inspirierte zahlreiche nachfolgende Komponisten und ist für Cellisten nicht irgendein Cellokonzert, sondern schlichtweg DAS Cellokonzert. Seinen einprägsamen Melodien und gewaltigen sinfonischen Entladungen, seiner fesselnden Virtuosität und überwältigenden Emotionalität kann sich niemand entziehen. Selbst Johannes Brahms war auf seinen jüngeren Komponisten-Freund neidisch: "Warum habe ich nicht gewusst, dass man ein Cellokonzert wie dieses schreiben kann?", soll er nach einem Blick auf die Partitur Dvoraks ausgerufen haben. Eine Sinfonie von Gustav Mahler in Corona-Zeiten? Wenn ein Werk aus dem monumentalen Schaffen des großen Weltanschauungsmusikers dafür geeignet ist, dann natürlich die Vierte Sinfonie. Bewusst hielt Mahler sie nach seiner ausufernden Dritten ganz "klassisch", in den Dimensionen wie auch in der Besetzung. So verzichtete er hier etwa ganz auf die Posaunen, beließ die Spieldauer bei etwas unter einer Stunde - und erreichte dennoch auch mit weniger Mitteln jene packende Intensität, wie man sie von ihm gewohnt ist. Das Ergebnis ist eine nur auf den ersten Blick "kleine", "unschuldige" Sinfonie, ein "Als-ob von der ersten bis zur letzten Note", wie Theodor W. Adorno treffend charakterisierte. Ein Kind erzählt vom paradiesischen "himmlischen Leben". "Es ist die Heiterkeit einer höheren, uns fremden Welt darin, die für uns etwas Schauerlich-Grauenvolles hat. Im letzten Satz erklärt das Kind, wie alles gemeint sei", erläuterte der Komponist selbst den zwischen nostalgischer Naivität und abgründiger Groteske schwankenden Tonfall seiner Vierten. (NDR Elbphilharmonie Orchester)

Hörspieltipp

Heute, 21:00 Uhr NDR 1 Welle Nord

Moin! Schleswig-Holstein - Von Binnenland und Waterkant: Niederdeutsches Hörspiel

Ottjen Alldag (Teil 3) Hörspielreihe nach Georg Droste von Heinrich Schmidt-Barrien Dritter Teil aus "Ottjen Alldag un sien Kaperstreiche" Ferdinand Zeissner: Erzähler Uwe Remmers: Ottjen als Kind Ruth Bunkenburg: Mutter Alldag Heinz Krug: Vater Alldag Herbert Sebald: Knipper Dolling Deli Maria Teichen: Emilie Engelkens Hermann Bartschatt: Zigarrenmacher Grote Friedel Kettler: Fro Rosenbohm u.v.a. Musik: Volker Gwinner Regie: Bernd Wiegmann Ottjen Alldag ist für alteingesessene Bremer das, was Klein-Erna für Hamburg oder Tünnes und Schääl für Köln sind. Georg Droste erzählte Ottjens Entwicklung von der Geburt bis ins Erwachsenenalter. Heinrich Schmidt-Barrien machte für Radio Bremen daraus in den 50er-Jahren eine 16-teilige Hörspielfolge. Im fünften Kapitel "Es sitzt wer im Bürnbaum" nimmt die Zunft der Bremer Zigarrenmacher einen Streich von Ottjen zum Anlass für ihren eigenen Schabernack. Im sechsten Kapitel "Goden Dag Fro Rosenbohm" macht der Hörer Bekanntschaft mit dem "Doodenbund", der "berüchtigten" Jungensbande am Osterdeich, die keine Gelegenheit auslässt, die ständig schimpfende Brotfrau Frau Rosenbohm zu ärgern! Der Autor Georg Droste (1866-1935) wurde dort geboren, wo seine Geschichten spielen: am Bremer Weserufer, direkt hinterm Osterdeich. Er machte eine Buchbinderlehre und erblindete plötzlich mit zwanzig Jahren, daher musste er Straßenhändler und Korbmacher werden. Aber mithilfe einer Blindenschreibmaschine begann er, Geschichten im heute praktisch ausgestorbenen Bremer Platt zu schreiben. Sein berühmtestes Werk ist die "Ottjen-Alldag-Trilogie", deren Anfang Inhalt unseres Hörspiels ist. 21:00 - 21:05 Uhr Mehr Schleswig-Holstein - NDR 1 Welle Nord Nachrichten 21:30 - 21:33 Uhr Schleswig-Holstein Service

Featuretipp

Podcast

Deutschlandfunk

Nachrichten vom 16.04.2021, 18:00 Uhr

Autor: Deutschlandfunk-Nachrichtenredaktion Sendung: Nachrichten

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Hörspiel-Download

NDR

Im Keller

Nach dem gleichnamigen Buch von Jan Philipp Reemtsma. Am 25. März 1996 wurde Jan Philipp Reemtsma vor der Tür seines Hauses in Hamburg-Blankenese niedergeschlagen und verschleppt. 33 Tage lang hielten ihn seine Entführer im Kellerraum eines angemieteten Hauses bei Bremen gefangen. Reemtsmas Bericht über seine Gefangenschaft "Im Keller" ist eine Chronik der Ereignisse. Die Hörspieladaption unter der Federführung des Norddeutschen Rundfunks wurde zum Hörspiel des Jahres 1998 gewählt: "Ein literarisches Hörspiel, streng, ohne Mätzchen. Und gerade deshalb zutiefst bewegend," urteilte die Jury. Mit Günther Einbrodt. Bearbeitung: Charlotte Drews-Bernstein. Komposition: Ronald Steckel. Ton und Technik: Peter Kainz und Venke Decker. Regie: Ulrich Gerhardt. Regieassistenz: Heike Tauch. Redaktion: Michael Becker. Produktion: NDR/SWF/SFB 1998. Verfügbar bis 23.03.2022. https://ndr.de/radiokunst

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