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Freitag 09:05 Uhr Bayern 2

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Stechmücken Das geheime Leben der sirrenden Sauger Der Mauersegler Der Vogel, der im Flug schläft Das Kalenderblatt 7.8.1962 Volkacher Madonnenraub Von Regina Fanderl Stechmücken - Das geheime Leben der sirrenden Sauger Autorin: Christiane Seiler / Regie: Eva Demmelhuber Mücken sind lästig und unbeliebt, schon Goethe beklagte sich über die "schrecklichen Rheinschnaken". Stechmückenbekämpfung ist nicht nur in Malariagebieten, sondern auch in Deutschland ein großes Thema, sei es in den Rheinauen, sei es am bayrischen Chiemsee. Und wer hat nicht schon von der asiatischen Tigermücke gehört, die sich seit einigen Jahren auch nach Deutschland ausbreitet und tropische Fieberkrankheiten übertragen kann. Die Stechmücke ist aber auch Gegenstand eines der erfolgreichsten Citizen Science Projekte Deutschlands, dem Mückenatlas. Bürger aus ganz Deutschland schicken intakte tote Mücken nach Müncheberg bei Berlin und helfen so der Wissenschaft. Denn die Stechmücken in Deutschland sind weitgehend unerforschte Wesen. Wo leben sie eigentlich, wozu brauchen sie unser Blut und wie weit fliegen sie? Warum dringen die invasiven Arten überhaupt nach Deutschland vor? Und stellen durch Mücken übertragbare Krankheiten eine reale Gefahr dar? Der Mauersegler - Der Vogel, der im Flug schläft Autor: Werner Bader / Regie: Susi Weichselbaumer Kurze Beine, lange Flügel: Der Mauersegler gehört zu den Flugkünstlern unter den heimischen Vögeln. Der Zugvogel kann über weite Strecken in sein Winterquartier im südlichen Afrika fliegen, wenn es sein muss, mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 km/h. Nachts schlafen die Mauersegler im Flug, ihre erstaunlich große Flügel-Spannweite von bis zu 40 Zentimetern macht sie zu perfekten Seglern. Einst lebte der "Vogel des Jahres 2003" in Bäumen und Felsen, suchte dann aber immer mehr die Nähe menschlicher Siedlungen. Der "Kulturfolger" nistet gern in hohen Gebäuden und alten Türmen, was ihm wohl die erste Silbe seines Namens einbrachte. Und er ernährt sich von Spinnen, Läusen, Käfern und Ameisen - gut fürs ökologische Gleichgewicht. Doch genau die Nähe zum Menschen scheint ihm mittlerweile zum Nachteil zu werden. Immer mehr alte Gebäude werden saniert oder abgerissen, Mauerlücken geschlossen. Glatte Fassaden mag der Mauersegler nicht. Der Freund des Menschen, dessen atemberaubende Segelflüge an Mauern und Wänden so sehr zum Sommer gehören wie die schrillen und hohen Rufe der brütenden Vögel, findet keine Nistplätze mehr in Dörfern und Städten. Was das für den Mauersegler, was das für uns Menschen bedeutet?

Freitag 20:05 Uhr Deutschlandfunk

Das Feature

Beethovens Blues Was hört, wer nichts hört? Von Stefan Zednik Regie: Fabian von Freier Produktion: Deutschlandfunk 2020 "Was kann der Mensch, dessen ganzes Leben nur in Tönen besteht, mehr verlieren, als das Gehör?" - wurde Beethoven 1820 gefragt. Beethoven antwortete mit Musik, die er in seinem Inneren hörte. Michael Gohlke, Jahrgang 1980, hatte nie ein funktionierendes Gehör und spielt trotzdem Blues. Beethoven ist 28 Jahre alt und ein gut bezahlter Pianist in Wien, als sich erste Zeichen einer Hörschwäche bemerkbar machen. Privat zieht er sich zurück, wird als Kuriosum wahrgenommen, doch er komponiert weiter, schafft immer mächtigere, immer kühnere Werke. Er opfert sein Leben - so will es der Mythos - für die Kunst. Michael Gohlke ist seit seiner Geburt taub. Sein Umfeld fördert ihn, eine ständig besser werdende Gerätetechnik hilft, sein Defizit zu kompensieren. So gelingt ihm ein Leben, das sich äußerlich kaum von dem eines Hörenden unterscheidet. Und er wählt einen Beruf, den Beethoven in jungen Jahren bald aufgeben muss: den eines Musikers, der auf der Bühne steht. Beethovens Blues

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