Features

Dienstag 09:05 Uhr Ö1

Radiokolleg - Land im Krisenmodus

Identitäten, Mythen und Konflikte in der Ukraine (2). Gestaltung: Brigitte Voykowitsch Einen Neuanfang versprach der neue ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskij nach seiner Wahl vor knapp einem Jahr. Wie groß die Hoffnungen der Menschen auf einen Bruch mit der Vergangenheit waren, spiegelte sich auch im Erfolg von Selenskis neu gegründeter Partei "Diener des Volkes" bei den Parlamentswahlen wider. In der Wirtschaft, in der Justiz, in der Bekämpfung der Korruption, im Aufbau einer stabilen Demokratie, in den schwierigen Beziehungen und Territorialkonflikten mit Moskau: An allen Fronten erwarteten sich die Menschen Reformen, Fortschritte und Lösungen. Zwar wurde seither einiges erreicht, insbesondere ein neues Gas-Abkommen mit Russland. Doch knapp 30 Jahre nach der Unabhängigkeit befindet sich das Land weiterhin in einem fragilen Zustand. Ob oder wie der Territorialkonflikt mit Moskau gelöst werden konnte, gibt Anlass zu Spekulationen. Dabei kehren in den ideologischen, politischen und ökonomischen Auseinandersetzungen zwischen der Ukraine und Russland gewisse Grundthemen immer wieder. Vom mittelalterlichen Reich der Rus und Fürst Wladímir über Sprachen, den Zweiten Weltkrieg, die Krim und die Zeitgeschichte zieht sich die Reihe der Konfliktstoffe. Auch innenpolitisch taucht immer wieder die bange Frage auf: Quo vadis, Ukraine?

Dienstag 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Naturalismus Der realistischere Realismus Gerhart Hauptmann Sozialdramatiker und Nobelpreisträger Das Kalenderblatt 26.5.1878 Der Tag nach der Uraufführung von "H.M.S. Pinafore" Von Markus Vanhoefer Naturalismus - Der realistischere Realismus Autorin: Astrid Mayerle / Regie: Magie und Elend: Die Industrialisierung lässt die europäischen Großstädte sprunghaft anwachsen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zieht es Arbeiter in der Hoffnung auf ein besseres Leben vom Land in die Metropolen. Hier gibt es zwar ein lebendiges Geschäftsleben, ein üppiges Warenangebot und Elektrizität. Aber all das hat seinen Preis: das Proletariat wird ausgebeutet, die 7-Tage-Woche ist selbstverständlich, ebenso Kinderarbeit. Die Autoren des Naturalismus interessieren sich für genau diese Seiten ihrer Gegenwart, die Schattenseiten der Moderne. Sie schreiben Dramen über Familientragödien an Weihnachten und Gedichte über Berlin bei Nacht. Gerhart Hauptmann - Sozialdramatiker und Nobelpreisträger Autor und Regie: Martin Trauner Mit seinem Drama "Die Weber" wurde Gerhart Hauptmann (1862 - 1946) über Nacht zum gefeierten Star der Literatur. Er, der gescheiterte Schüler aus einem armen Haushalt in Niederschlesien, er gab sich als Anwalt der Abgehängten. Sein Schreiben brachte ihm schließlich den Nobelpreis ein, schon zu Lebzeiten sah er sich als Klassiker der deutschen Literatur. - Doch vieles in Gerhart Hauptmanns Biografie ist Selbstinszenierung. Hauptmann hat viele Gesichter. Er, der vermeintliche Sozialromantiker, er suchte immer die Nähe zur Oberschicht, zu den Mächtigen, auch zu den Nationalsozialisten. Viele seiner ehemaligen Weggefährten sagten sich deshalb von ihm los, warfen ihm Verrat vor. - Als Hauptmann 1946 starb, ließ er sich in einer Mönchskutte auf Hiddensee begraben. Auch das gehörte zu seiner Selbststilisierung. Moderation: Redaktion: Andrea Bräu

Dienstag 09:30 Uhr Ö1

Radiokolleg - Toxine im Vormarsch

Gifttiere Giftpflanzen in Zeiten der Klimaerwärmung (2). Gestaltung: Kim Cupal In unserer Welt sind wir ständig umgeben von potentiell giftigen Substanzen. Die potentesten findet man aber nach wie vor in unserer Fauna und Flora. Dabei gilt für alle Lebewesen - egal ob Tier, Pflanze oder Pilz - der eigens hergestellte Giftcocktail ist ein wertvolles, kostenintensives Asset. Spinnen, Skorpione und Schlangen würden daher selbst im äußersten Notfall nur eine geringe Menge Gift an unsereins verschwenden. Aller Phobien zum Trotz waren die heimischen tierischen Gifte kaum geeignet, uns ernsthaft zu schädigen. Aber die Welt um uns herum verändert sich zunehmend. Es wird stetig wärmer und bekannte wie auch neue Toxine wandern langsam gen Norden - auch nach Österreich. Es ist die Globalisierung, die den Neozoen und Neophyten erlaubt nach Mitteleuropa zu gelangen, und es ist die Klimaerwärmung, die es ihnen ermöglicht zu bleiben und sich auszubreiten. So bietet Österreich mittlerweile u.a. der Rotrücken Witwe - einer bevorzugt unter Menschen hausenden australischen Giftspinne - gute Lebensbedingungen. Neue Skorpionarten werden eingeschleppt, welche weit weniger harmlos sind, als unsere heimischen, nicht humantoxischen Skorpione. Auch steigt die Zahl der Zecken dank der milden Winter rasant an. Und die Bakterien, welche von dieser Milbenart übertragen werden, stellen mit ihren hochtoxischen Giften eine ernstzunehmende Gefahr für Mensch und Tier dar. Wissenschafter/innen warnen vor den neuen, eingeschleppten Gewächsen, die nun allem Anschein nach überall aus dem Boden sprießen: giftiger Riesen-Bärenklau in Wäldern, Wiesen und sogar Städten und Ragweed auf unseren Feldern. Sind wir auf diese Veränderung vorbereitet? Bei Giftbegegnungen aller Art steht uns zumindest - 24/7 - die Vergiftungsinformationszentrale zur Seite. 28.000 Anrufe nehmen die acht Ärztinnen und Ärzte der Zentrale jährlich entgegen. Mit Expertise und Gelassenheit geht man gegen Vergiftungen, falsche Instinkte und die zwielichtigen Ratschläge des Internets vor. Unsere Tier- und Pflanzenwelt befindet sich im Wandel. Doch darf nicht vergessen werden: wir waren immer schon von Giften umgeben. Nun gilt es zu lernen, mit den Neuankömmlingen richtig umzugehen und weder der Hysterie noch der Verharmlosung anheimzufallen. Diese "Radiokolleg"-Reihe erforscht die Welt der Gifte aus unterschiedlichen Perspektiven, die Effekte der anthropogenen Klimaerwärmung, ihre Gefahren, Behandlungsformen und Institutionen, die aufklären und helfen.

Dienstag 09:45 Uhr Ö1

Radiokolleg - Donau Delta

Wie der Blues nach Österreich gekommen ist (2). Gestaltung: Klaus Wienerroither Vor 100 Jahren wurde die erste Bluesaufnahme veröffentlicht: "Crazy Blues" von Mamie Smith wurde zu einem Millionenseller, natürlich nicht in Europa oder gar in Österreich. Damals ist das purer Exotismus. In der Nachkriegszeit ertönen vorher verbotene US-amerikanische Klänge im befreiten Österreich. Und zwar keineswegs nur massentaugliche Unterhaltungsmusik. Sondern neben traditionellem und modernem Jazz auch urwüchsiger Blues. Prägende Persönlichkeiten wie Johnny Parth liefern bei selbstorganisierten Plattenabenden aufregende Klangwelten. Als Gründer des Plattenlabels Document Records verantwortet Parth auch Wiederveröffentlichungen von alten Bluesaufnahmen. Ein Pionier ist der Gitarrist und Sänger Al Cook, der ab Mitte der 60-er Jahre authentischen Deltablues live präsentiert. Ab 1972 moderiert Hans Maitner auf Ö3 die Sendung "Living Blues" und hat einen Anteil an der Popularisierung des Boogie-Pianos, wo der ursprüngliche Gitarrenblues auf das Klavier übertragen wird. Die Mojo-Blues Band mit dem Mastermind Erik Trauner popularisiert ab 1977 den Chicago Blues, der auf elektrischen Instrumenten gespielt wird. Die Blütezeit des Austro-Blues in den 70-er und frühen 80-er Jahren ist mittlerweile schon länger vorbei, aber die österreichische Blues-Szene ist nach wie vor präsent und konnte und kann internationale Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Die Musikviertelstunde wirft Blicke in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Bluesmusik aus Österreich, und wichtige Protagonisten geben dieser Szene eine allgemeine Einführung in ein Genre, das sich zumindest in Spurenelementen in den meisten Pop-, Rock- und Jazzstilen wieder findet.

Dienstag 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Jimi Hendrix Der Virtuose der E-Gitarre Die Beatniks Eine poetische und soziale Bewegung Das Kalenderblatt 26.5.1878 Der Tag nach der Uraufführung von "H.M.S. Pinafore" Von Markus Vanhoefer Jimi Hendrix - Der Virtuose der E-Gitarre Autor und Regie: Markus Mayer Die Geschichte der Rockmusik kann in eine Zeit vor und in eine Zeit nach Jimi Hendrix eingeteilt werden. Der Afroamerikaner aus Seattle hat das Spielen der E-Gitarre revolutioniert. Hendrix setzte fast jedes Körper-Teil ein, er benutzte Effektgeräte und Rückkopplungen, um sein unerhörtes Klang-Universum zu schaffen. Es brauchte allerdings englische Manager und Musiker, um seine Welt-Karriere von Swinging London aus zu starten. Obwohl Hendrix nur wenige Jahre lebte - er starb im Alter von nur 27 Jahren -, hat er ein beeindruckendes Werk hinterlassen. War dieser Musiker ein Genie? Wie gelang ihm sein enormes Oeuvre? Welche künstlerischen Probleme hatte er? Markus Mayer hat Weggefährten wie Eric Burdon und Hendrix-Biograph Klaus Theweleit befragt. Die Beatniks - Eine poetische und soziale Bewegung Autor und Regie: Carl-Ludwig Reichert Moderation: Redaktion: Nicole Ruchlak

Dienstag 19:15 Uhr Deutschlandfunk

Das Feature

"Wer spricht schon mit einem Neonazi?" Von Sabine Adler Regie: Beate Ziegs Produktion: Dlf 2020 Mit 13 Jahren war Achim Schmid Skinhead, spielte Rechtsrock, mit 17 trat er der NPD bei, übersetzte Hass-Pamphlete von Blood & Honor und Combat 18 ins Deutsche. Mit 25 gründete er den Ku-Klux-Klan in Deutschland. Dann brach er plötzlich alle Kontakte ab. Er hatte vor sich selbst Angst bekommen und die Notbremse gezogen. "Jeden zu hassen ist extrem anstrengend, raubt einem alle Lebensfreude." Doch seinen Neustart nahm ihm in Deutschland niemand ab. Man begegnete dem Ex-Neonazi mit Misstrauen. Geschäftspartner wandten sich ab, sobald sie von seinem Vorleben erfuhren. Begeistert von der R&B-Szene in Memphis zog er in die Stadt am Mississippi, lebt seither inmitten der afroamerikanischen Community, engagiert sich in diversen sozialen und Aussteigerprojekten, freundet sich mit einem Rabbi an. Erst bei der deutschen Aussteiger-Organisation "Exit" stößt er auf offene Ohren, findet endlich Gesprächspartner, die er sich viel früher für seinen Ausstieg gewünscht hätte. "Selbst Rechtsextreme haben Zweifel. Wer sie aus der Szene rausholen will, sollte ihnen dann auch eine Chance geben", sagt er heute. "Wer spricht schon mit einem Neonazi?"

Dienstag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Neue Energie, neue Epoche? Wie sich die Weltpolitik im Zeitalter grüner Energie ändern wird Von Beate Krol Die Ära von Öl- und Gas geht zu Ende. Doch der Kampf um politischen Einfluss wird auch im post-fossilen Zeitalter bleiben. Wie sieht die Welt von morgen aus? Nach der Energiewende wird die Weltordnung eine andere sein: Die großen Öl-, Gas- und Kohlestaaten werden strategische Macht einbüßen und an politischer Bedeutung verlieren. Länder, die im großen Stil erneuerbare Energien produzieren und im Besitz ihrer Schlüsseltechnologien sind, steigen zu wichtigen Playern auf. Gekämpft wird vermutlich weiterhin. Statt den Zugang zu fossilen Brennstoffen zu sichern, geht es künftig darum, den Zugang zu den Technologien und Rohstoffen zu kontrollieren, die für die Gewinnung der Erneuerbaren nötig sind. Wie wird der Übergang sein? Wo steht künftig Europa? Und: Wie sieht die Machtverteilung von morgen aus?

Dienstag 20:00 Uhr NDR kultur

Feature

Ich vergebe nicht, ich vergesse nicht Nachtgespräche mit Louise Bourgeois Von Heide Schwochow und Ina Strelow NDR 2011 "Der schöpferische Impuls für all meine Arbeiten ist in meiner Kindheit zu suchen." Als Louise Bourgeois diesen Satz aussprach, war sie bereits 95 Jahre alt. Ihr gesamtes künstlerisches Schaffen kreist um die Themen Abhängigkeit, Hass, Gewalt, Liebe, Aufbegehren innerhalb der Familie. In ihren letzten Lebensjahren konnte sie nicht mehr so recht schlafen und hat nachts viel gezeichnet. In dieser akustischen Nachtgeschichte blickt die französisch-amerikanische Bildhauerin zurück auf ein künstlerisch aufregendes Leben, für das die 87-jährige mit dem Praemium imperiale ausgezeichnet worden ist. Sie finden das Feature für 12 Monate in der ARD Audiothek. Weitere Informationen unter ndr.de/radiokunst 20:00 - 20:05 Uhr Nachrichten, Wetter Feature

Dienstag 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Feature

Die Maskenmacher Eine deutsch-kolumbianische Transferstunde Von Étienne Roeder Regie: der Autor Produktion: Autorenproduktion 2019 / Deutschlandfunk Kultur 2020 Länge: ca. 56" (Ursendung) In der Studiensammlung des Ethnologischen Museums Berlin lagern zwei rätselhafte Masken aus dem vorkolonialen Kolumbien. Über einhundert Jahre hat sich niemand für sie interessiert. Nun steht die Idee der Rückgabe im Raum. Am Anfang steht ein fast beiläufiger Satz: "Geh mal in Berlin zu Manuela Fischer ins Museum und frag, was man tun kann." Fabio Silva Vallejo, Professor in Kolumbien, sagt ihn zum Autor, der bei ihm studiert hat. Manuela Fischer kümmert sich als Kustodin in Berlin um eine riesige Sammlung von Artefakten aus aller Welt. Sie zeigt dem Autor zwei rätselhafte Holzmasken aus Kolumbien. Ist es Zeit, sie zurückzugeben? Am Ende führt die folgenreiche Begegnung den Autor von Berlin wieder zurück nach Santa Marta in Kolumbien. Étienne Roeder, geboren 1983 in Berlin, Publizist und Schauspieler. Er studierte Kulturanthropologie, Lateinamerikanistik und Kulturwissenschaften in Berlin und Kolumbien. Er übersetzt Poesie und Prosa aus dem Spanischen und Portugiesischen und ist Autor von Reportagen und Radiofeatures. Åke Blomström Award der EBU 2018. Zuletzt: "Queeres Leben auf dem Land - CSD in Falkensee" (Deutschlandfunk 2019). Die Maskenmacher

Dienstag 22:08 Uhr Ö1

Radiokolleg

Land im Krisenmodus. Identitäten, Mythen und Konflikte in der Ukraine (2). Gestaltung: Brigitte Voykowitsch Toxine im Vormarsch. Gifttiere Giftpflanzen in Zeiten der Klimaerwärmung (2). Gestaltung: Kim Cupal Donau Delta. Wie der Blues nach Österreich gekommen ist (2). Gestaltung: Klaus Wienerroither

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